Warum Nährstoffe mehr sind als Kalorien
Wenn wir über Ernährung sprechen, geht es sehr schnell um Kalorien.
Wie viele Kalorien darf ich essen?
Wie viele Kalorien muss ich einsparen?
Wie viel nehme ich damit ab?
Aber Kalorien allein sagen noch nicht besonders viel darüber aus, ob eine Ernährung unseren Körper gut versorgt.
Unser Körper braucht nicht einfach nur Energie.
Er braucht unterschiedliche Nährstoffe, damit Zellen ihre Aufgaben erfüllen können, das Gehirn arbeiten kann, Muskeln erhalten und aufgebaut werden können und viele Stoffwechselprozesse funktionieren.
Genau diese Erkenntnis hat meine Sicht auf Ernährung verändert.
Makronährstoffe und Mikronährstoffe
Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Makronährstoffen und Mikronährstoffen.
Zu den Makronährstoffen gehören:
- Eiweiß
- Fette
- Kohlenhydrate
Sie liefern unter anderem Energie und erfüllen gleichzeitig wichtige Aufgaben im Körper.
Mikronährstoffe sind vor allem:
- Vitamine
- Mineralstoffe
- Spurenelemente
Über Vitamine wusste ich schon immer einigermaßen Bescheid.
Bei den Mineralstoffen sah das ganz anders aus.
Ich musste erst lernen, welche Bedeutung beispielsweise Magnesium, Kalium, Zink oder andere Mineralstoffe für unseren Körper haben können.
Und je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto interessanter wurde das Thema für mich.
Denn plötzlich ging es nicht mehr nur um die Frage:
„Wie viele Kalorien hat dieses Lebensmittel?“
Sondern um eine viel spannendere Frage:
„Was bekommt mein Körper eigentlich mit diesem Lebensmittel?“
Was nehme ich meinem Körper weg – und was gebe ich ihm stattdessen?
Gerade bei einer Ernährungsumstellung finde ich diese Frage entscheidend.
Denn eine Ernährungsumstellung wird sehr schnell mit einer Diät verwechselt.
Und eine Diät wird wiederum häufig mit möglichst schnellem Abnehmen gleichgesetzt.
Dann entstehen Regeln wie:
Kalorien reduzieren.
Kohlenhydrate möglichst komplett streichen.
Dieses Lebensmittel darf ich nicht mehr essen.
Das ist verboten.
Ich habe für mich irgendwann gemerkt, dass dieser Ansatz nicht besonders gut funktioniert.
Zumindest nicht, wenn ich langfristig eine Ernährung finden möchte, mit der ich mich gut fühle.
Denn wenn ich Kohlenhydrate sehr stark reduziere oder über längere Zeit kaum esse, merke ich das bei mir deutlich.
Ich werde innerlich unruhig, teilweise geradezu nervös.
Für mich war das ein wichtiges Signal, genauer hinzuschauen.
Meine persönliche Erfahrung mit Kohlenhydraten
Ich lebe mit Typ-2-Diabetes und habe gleichzeitig festgestellt, dass Kohlenhydrate meinen Blutzucker deutlich beeinflussen können.
Das hat mich natürlich vor ein Dilemma gestellt.
Auf der einen Seite wollte ich meinen Blutzucker möglichst stabil halten.
Auf der anderen Seite merkte ich, dass eine extrem kohlenhydratarme Ernährung für mich nicht unbedingt die beste Lösung ist.
Also habe ich angefangen, meinen Körper genauer zu beobachten.
Wenn ich über längere Zeit sehr wenig Kohlenhydrate gegessen hatte und diese innere Unruhe auftrat, habe ich manchmal bewusst eine Ausnahme gemacht.
Und dann gab es meine geliebte Pasta. 😄
Nicht jeden Tag.
Nicht als Grundbestandteil meiner Ernährung.
Sondern als bewusstes Ausnahmeessen – bei mir vielleicht einmal pro Woche, manchmal auch nur alle zwei Wochen.
Ich beobachte dabei, wie mein Körper und mein Blutzucker darauf reagieren.
Das ist meine persönliche Erfahrung und keine allgemeingültige Empfehlung.
Aber genau daraus habe ich etwas Wichtiges gelernt:
Ernährung muss nicht nur auf dem Papier funktionieren. Sie muss auch zum eigenen Körper und zum eigenen Leben passen.
Nicht weniger essen – besser versorgen
Mit der Zeit wurde für mich deshalb eine andere Frage immer wichtiger:
Bekomme ich eigentlich alles, was mein Körper braucht?
Ich achte heute darauf, dass meine Ernährung ausreichend Makro- und Mikronährstoffe enthält.
Denn eine Ernährung kann kalorienmäßig perfekt aussehen und trotzdem sehr einseitig sein.
Umgekehrt kann ein Lebensmittel mehr Kalorien enthalten, aber gleichzeitig viele wertvolle Nährstoffe liefern.
Deshalb möchte ich Ernährung nicht ausschließlich über Kalorien betrachten.
Ich möchte wissen:
Eiweiß – bekomme ich davon genug?
Fette – welche und in welcher Menge?
Kohlenhydrate – welche Quellen passen zu mir?
Vitamine – bin ich ausreichend versorgt?
Mineralstoffe – welche spielen für mich eine Rolle?
Und damit beginnt ein Bereich, mit dem ich mich in den letzten Jahren immer intensiver beschäftigt habe.
Eiweiß – mehr als nur ein Sattmacher
Eiweiß ist für mich ein besonders interessantes Thema geworden.
Es kann gut sättigen und spielt eine wichtige Rolle für den Erhalt unserer Muskulatur.
Gerade wenn Ernährung und Bewegung zusammenkommen, wird Eiweiß interessant.
Denn Muskulatur ist nicht nur eine Frage des Aussehens.
Sie erfüllt wichtige Funktionen und ist auch für unsere körperliche Leistungsfähigkeit und unseren Stoffwechsel relevant.
Wer sich bewegt oder Sport treibt, sollte deshalb auch die Eiweißversorgung im Blick behalten.
Für mich gehört Eiweiß heute selbstverständlich zu einer guten Ernährung.
Magnesium – mein Aha-Erlebnis bei den Mineralstoffen
Besonders überrascht hat mich, wie wichtig Mineralstoffe für unseren Körper sind.
Magnesium ist dafür ein gutes Beispiel.
Es ist an sehr vielen Vorgängen im Körper beteiligt und spielt unter anderem für Muskeln, Nerven und den Energiestoffwechsel eine Rolle.
Als ich begonnen habe, mich intensiver mit Magnesium zu beschäftigen, wurde mir erst richtig bewusst, wie wenig ich vorher eigentlich über Mineralstoffe wusste.
Und genau deshalb möchte ich dieses Thema hier nicht einfach mit einem Satz abhaken.
Magnesium wird später noch einen eigenen Platz in meiner Wissenssammlung bekommen.
Denn je genauer man hinschaut, desto mehr Fragen entstehen.
B-Vitamine und Energie
Auch die B-Vitamine finde ich spannend.
Sie sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielen unter anderem für den Energiestoffwechsel und das Nervensystem eine Rolle.
Gerade im Zusammenhang mit Stress, Energie und mentaler Leistungsfähigkeit bin ich deshalb immer wieder auf dieses Thema gestoßen.
Auch hier gilt für mich:
Nicht einfach irgendein Präparat nehmen, weil irgendwo steht, dass es „gut für die Energie“ ist.
Sondern zunächst verstehen:
Welche Funktion hat dieser Nährstoff eigentlich?
Wo steckt er in Lebensmitteln?
Wie sieht meine persönliche Versorgung aus?
Und erst danach stellt sich die Frage, ob eine Ergänzung überhaupt sinnvoll sein könnte.
Omega-3 – und die Frage: Woher bekomme ich es?
Omega-3-Fettsäuren sind ein weiteres Thema, mit dem ich mich intensiv beschäftigt habe.
Sie kommen beispielsweise in bestimmten Fischsorten vor, aber auch in anderen Lebensmitteln.
Und da kommt für mich wieder die ganz praktische Frage ins Spiel:
Wie sieht das im echten Leben aus?
Ich esse nicht jeden Tag große Mengen Fisch.
Also muss ich mich damit beschäftigen, welche anderen Lebensmittel Omega-3-Fettsäuren liefern können und wie ich meine Ernährung sinnvoll zusammenstelle.
Genau das finde ich an Ernährung so spannend:
Die Theorie ist eine Sache.
Die Umsetzung im Alltag eine ganz andere.
Und genau da beginnt für mich die eigentliche Ernährungsumstellung.
Tryptophan – schon einmal davon gehört?
Ein weiteres Beispiel ist Tryptophan.
Diese Aminosäure ist unter anderem Ausgangsstoff für die Bildung von Serotonin und Melatonin und steht deshalb mit verschiedenen Prozessen rund um Stimmung und Schlaf in Verbindung.
Aber wer weiß eigentlich, in welchen Lebensmitteln Tryptophan steckt?
Ich wusste es jedenfalls lange nicht.
Und genau deshalb finde ich es so interessant, sich einmal nicht nur mit Kalorien, Kohlenhydraten und Eiweiß zu beschäftigen, sondern tiefer in die Welt der Nährstoffe einzusteigen.
Denn manchmal steckt in einem Lebensmittel viel mehr, als man auf den ersten Blick sieht.
Nährstoffe und Stress
Je länger ich mich mit Ernährung beschäftige, desto deutlicher wird für mich auch die Verbindung zu Stress.
Unser Körper braucht Nährstoffe für unzählige Prozesse.
Und natürlich ist Ernährung nicht die alleinige Lösung für Stress.
Aber eine ausgewogene Versorgung gehört für mich zu den Grundlagen, auf denen unser Körper überhaupt arbeiten kann.
Gerade deshalb möchte ich irgendwann noch genauer darauf eingehen, welche Nährstoffe im Zusammenhang mit Stress, Nervensystem und Regeneration interessant sind.
Denn das Thema ist viel größer, als ich zunächst dachte.
Und was ist mit Nahrungsergänzung?
Irgendwann bin ich deshalb zwangsläufig bei einem weiteren Thema gelandet:
Nahrungsergänzung.
Denn je mehr ich über Nährstoffe gelernt habe, desto mehr habe ich mich gefragt:
Reicht das, was ich über meine normale Ernährung aufnehme?
Oder gibt es Situationen, in denen eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein könnte?
Dabei möchte ich ausdrücklich nicht den Eindruck vermitteln:
„Du brauchst dieses oder jenes Nahrungsergänzungsmittel.“
So einfach ist es nicht.
Nahrungsergänzung sollte für mich nicht die Grundlage einer guten Ernährung ersetzen.
Sie ist vielmehr ein Bereich, den man sich genauer anschauen kann, wenn man verstanden hat, welche Nährstoffe überhaupt interessant sind und wie die persönliche Versorgung aussieht.
Genau deshalb werde ich diesem Thema später einen eigenen Bereich widmen.
Dort möchte ich einzelne Nährstoffe und Nahrungsergänzungen genauer betrachten:
Was ist das überhaupt?
Welche Funktion hat es im Körper?
In welchen Lebensmitteln kommt es vor?
Wann könnte eine Ergänzung interessant sein?
Und genauso wichtig:
Wann sollte man nicht einfach selbst supplementieren, sondern erst mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen qualifizierten Fachperson sprechen?
Ernährung bedeutet für mich heute etwas anderes
Früher hätte ich bei Ernährungsumstellung wahrscheinlich zuerst an Abnehmen gedacht.
Heute denke ich an etwas anderes:
Versorgung.
Was braucht mein Körper?
Was gebe ich ihm?
Was tut mir gut?
Was bekommt meinem Blutzucker?
Was hält mich satt und energiegeladen?
Welche Lebensmittel liefern mir wertvolle Nährstoffe?
Und wo gibt es vielleicht Lücken, mit denen ich mich genauer beschäftigen sollte?
Für mich bedeutet eine Ernährungsumstellung deshalb nicht:
„Was darf ich alles nicht mehr essen?“
Sondern vielmehr:
„Wie kann ich meinen Körper möglichst gut versorgen – und dabei trotzdem ein genussvolles Leben führen?“
Denn am Ende möchte ich nicht möglichst wenig essen.
Ich möchte meinem Körper möglichst viel von dem geben, was er wirklich braucht.
Und genau das ist für mich der Unterschied zwischen einer Diät und einer echten Ernährungsumstellung.